Judith März
Ärztin im Hause Möst 

Vitamin-D-Mangel erkennen

Lange waren Mediziner der Meinung Vitamin D diene lediglich der Gesunderhaltung von Zähnen und Knochen, doch eine Vielzahl von Studien belegen inzwischen dessen vielfältige Aufgaben in einem gesunden Körper und seine Fähigkeit das Risiko von Erkrankungen zu senken.

Die meisten Menschen glauben eine gesunde Ernährung reiche aus und etwas Sonnenbaden reiche aus, aber durch die Nahrung kann nur ein sehr kleiner Teil des Vitamins aufgenommen werden und die zum Hautschutz erforderlichen UV-Blocker verhindern dessen Produktion in der Haut.

Da stellt sich die Frage, mangelt es mir an Vitamin D?

Durch einen Bluttest lässt sich ein Defizit exakt ermitteln, aber auch wenn Sie an folgenden Symptomen leiden können Sie sicher von einem Mangel ausgehen und sollten einen Arzt zu Rate ziehen.

  • Grippe – Eine im Cambridge Journal veröffentlichte Studie belegt, dass die Gabe von Vitamin D die Häufigkeit der Erkrankung bei Kindern senkt

 

  • Muskelschwäche – Laut Michael F. Holick, einem führenden Experten für Vitamin D, wird Muskelschwäche meistens durch ein Vitamin-D-Defizit hervorgerufen, denn wenn die Skelettmuskulatur richtig arbeiten soll, müssen ihre Vitamin-D-Rezeptoren durch die Zufuhr von Vitamin D erhalten werden.

 

  • Schuppenflechte – Eine in der britischen PubMed-Datenbank veröffentlichte Studie belegt die Wirksamkeit von synthetischen Vitamin-D-Analoga bei der Behandlung der Schuppenflechte

 

  • Chronische Nierenleiden – Laut Holick können Patienten mit fortgeschrittenen Nierenleiden (insbesondere, wenn diese eine Dialyse nötig machen) nicht die aktive Form von Vitamin D bilden. Sie müssen deshalb 1,25-Dihydroxyvitamin-D3 oder Analoga einnehmen, um den Kalzium-Stoffwechsel zu unterstützen, das Risiko von nierenbedingten Knochenerkrankungen zu senken und den Spiegel von Nebenschilddrüsenhormon zu regulieren.

 

  • Diabetes – Auf der Website Lancet.com wurde über eine finnische Studie berichtet, bei der 10.366 Kindern in den ersten Lebenstagen täglich 2.000 internationale Einheiten (IE) Vitamin D3 verabreicht wurden. Die Kinder wurden 31 Jahre lang beobachtet, bei allen war das Typ-2-Diabetes-Risiko um 80 Prozent vermindert

 

  • Asthma – Vitamin D kann die Schwere von Asthmaanfällen mindern. Wissenschaftliche Untersuchungen in Japan ergaben, dass Asthmaanfälle bei Schulkindern erheblich seltener auftraten, wenn die Kinder täglich ein Ergänzungsmittel mit 1.200 IE Vitamin D einnahmen.

 

  • Parodontose – Patienten mit dieser chronischen Zahnfleischerkrankung, sollten ihren Vitamin-D-Wert steigern, so dass Defensine und Cathelicidine gebildet werden. Letztere sind Verbindungen mit antimikrobiellen Eigenschaften, die die Menge an Bakterien im Mundraum reduzieren

 

  • Herzkreislauf-Erkrankung – Die Herzinsuffizienz wird mit Vitamin-D-Mangel in Verbindung gebracht. Untersuchungen an Krankenschwestern der Harvard University ergaben, dass bei Frauen mit niedrigen Vitamin-D-Werten (17 ng/ml [42 nmol/l] ein um 67 Prozent erhöhtes Bluthochdruckrisiko bestand.

 

  • Schizophrenie und Depression – Auch diese Krankheiten werden mit einem Vitamin-D-Defizit in Verbindung gebracht. Bei einer Studie wurde entdeckt, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D für Schwangere und Kinder nötig war, um die Vitamin-D-Rezeptoren im Gehirn zu versorgen, die für die Entwicklung des Organs und die geistige Tätigkeit im späteren Leben unabdingbar sind.

 

  • Krebs – Wissenschaftler am Georgetown University Medical Center in Washington entdeckten einen Zusammenhang zwischen hoher Vitamin-D-Aufnahme und geringerem Brustkrebsrisiko. Die Erkenntnisse, die bei der American Association for Cancer Research vorgestellt wurden, ergaben, dass höhere Dosen des Sonnenscheinvitamins bei Patienten, die bereits an Krebs erkrankt waren, mit einer Senkung des Tumorwachstums um 75 Prozent und einer 50-prozentigen Reduzierung der Tumorhäufigkeit in Verbindung standen. Interessant war dabei, dass eine Vitamin-Ergänzung hilfreich war, Entstehung und Wachstum von Brustkrebs einzuschränken, insbesondere bei Östrogenempfindlichen Tumoren

Vor all diesen Erkrankungen sollte man jedoch keine Angst haben.
Bei Verdacht auf einen Mangel an Vitamin D ist es ratsam einen Bluttest durchzuführen und dann ein Defizit individuell zu korrigieren. Während einer Hochdosisgabe von Vitamin D muss unbedingt Vitamin K2 substituiert werden um die Gefäße zu schützen.

Machen Sie Spaziergänge in der Sonne, nehmen kurze Sonnenbäder und stärken damit Körper und Gemüt. Und in der dunklen Jahreszeit von Oktober bis Mai empfiehlt sich eine individuelle Substitution.

Ihre Ärztin

Judith März

Unterschrift-Fr.März